Supportanfrage

Langsamer Bildaufbau und hohe CPU Last

von | 17.Juni 2013

Zuletzt aktualisiert am von ProSoft Redaktion

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Dieser Beitrag wurde aus der VorgĂ€ngerversion der ProSoft Knowledge Base ĂŒbernommen. Er wird im Archiv zur VerfĂŒgung gestellt und dient zur Recherche Ă€lterer Programmversionen bzw. frĂŒherer Fragestellungen.

Sie haben NetSupport Manager im Einsatz und stellen erhebliche Performance-Probleme fest.

  • Sie verwenden Sie z.B. HP Proliant ML110 G6, HP Proliant DL 380p Gen8, Dell PowerEdge R410, Dell PowerEdge R515, Fujitsu PRIMERGY Server o.Ă€.
  • Beim Aufbau der Verbindung belastet der NSM CLIENT die CPUs mit 25 % bei W2k8 R2-Systemen und 50% bei W2k3-Systemen (ĂŒber alle verfĂŒgbaren CPU/Kerne).
  • Bei diesen Systemen wird die Tastatur-Eingabe extrem verzögert (z.B. dauert die Eingabe des Kennworts mehrere Sekunden, der Anmeldevorgang mehrere Minuten).
  • Nach der Anmeldung am System wird jede Eingabe, egal ob diese mit der Maus oder ĂŒber die Tastatur erfolgt, um mehrere Sekunden verzögert ausgefĂŒhrt.
  • Die Fernsteuerung eines solchen Serversystems ĂŒber NSM ist somit nicht möglich, wobei per Remote-Desktop das gleiche Systeme zu diesem Zeitpunkt flĂŒssig administriert werden kann, wĂ€hrend gleichzeitig die NSM-Session noch aktiv ist.
  • Die in der unteren Statusleiste des CLIENT Fenster angezeigte Framerate liegt bei lediglich 1-2 fps.
  • Dieses Problem tritt sowohl im (default) GDIHook- als auch im Screen-Scrape Modus auf.
  • Sobald die Verbindung zwischen NSM CLIENT und NSM CONTROL getrennt wird, sinkt die CPU-Last wieder auf 0%.

Ursache:
Alle Serversysteme, welche dieses Problem zeigen, verwenden einen onBoard Grafikchip der Reihe “Matrox G200e (ServerEngines)”.
Desweiteren verwenden diese Systeme i.d.R. den durch den jeweiligen Hersteller (z.B. HP, Dell, Fujitsu o.Ă€.) zur VerfĂŒgung gestellten Grafikkartentreiber.
Diese Treiber sind jedoch i.d.R. total veraltet und stammen z.T. von 2008.

Der Variante “ServerEngines” fehlen z.B. wichtige Funktionen zum schnellen Zugriff (Hardware Overlay, Hardwarebeschleunigung, etc.), welche fĂŒr einen Betrieb in einer technisch orientierten Umgebung fĂŒr “nicht zwingend notwendig” erachtet werden.
In einer Analyse fĂŒr PCI GerĂ€te wird dieser onBoard Grafikchip als Matrox-GerĂ€t mit der ID 0x0522 ausgeben, wĂ€hrend die voll funktionsfĂ€higen Steckkarten der vergleichbaren Generation mit 0x0521 oder 0x0520 gemeldet werden.
Somit akzeptiert dieser G200e onBoard Grafikchip vollwertige Matrox G200 Grafikkartentreiber nicht.

Da auf der Herstellerseite von MATROX keine Informationen zur Variante G200e (ServerEngines) zu finden sind, ist davon auszugehen, dass es sich beim G200e (ServerEngines) onBoard Grafikchip um eine OEM Variante handelt, welche rudimentĂ€re Grafik-Grundfunktionen fĂŒr den Serverbetrieb zur VerfĂŒgung stellt und von diversen Herstellern von Serversystemen bzw. -boards als kostengĂŒnstige Grundausstattung verbaut wird. Die Bereitstellung von (angepassten) Treibern ist Sache des jeweiligen System-Herstellers.

Hinweis: (Stand 08/2013)

Der Hersteller NETSUPPORT arbeitet derzeit an einer Lösung, um diese gegebene Problematik umgehen zu können.
Bis dahin verwenden Sie bitte einen der vier aufgezeigten Lösungswege, um weiterhin den NetSupport Manager wie gewohnt einsetzen zu können.


LösungsvorschlÀge:

#1 – Standard VGA

Nach Deinstallation des Matrox Grafikkartentreibers und Verwendung des Standard VGA Treibers des Betriebssystems tritt dieses Problem nicht mehr auf.
Die Prozessorlast, die vom NSM CLIENT (client32.exe) erzeugt wird, liegt damit wieder permanent zwischen 0% und 2%.
Der Zugriff auf die betroffenen Serversysteme ist auch im Screen-Scrape Modus wieder – wie gewohnt – sehr reaktionsschnell.
Die in der unteren Statusleiste des CLIENT Fenster angezeigte Framerate liegt nun wieder bei 12-18 fps.

#2 – WHQL Treiber

Ein Ă€hnliches Ergebnis konnte ebenfalls mit einem WHQL Treiber fĂŒr den Matrox G200e (ServerEngines) Grafikchip erzielt werden, wie er aktuell z.B. von INTEL fĂŒr seine ServerMainboards mit Matrox G200e (ServerEngines) onBoard Grafikchip zum Download angeboten wird.

Bei einem WHQL Treiber handelt es sich um einen von Microsoft zertifizierten und digital signierten GerÀtetreiber.
Dieser Treiber kann problemlos auch auf HP, DELL, Fujitsu oder anderen Serversystemen verwendet werden.

#3 – Downgrade NetSupport Manager

Das beschriebene Problem tritt erst bei Verwendung des NetSupport Manager ab Version 11.30 auf und liegt darin begrĂŒndet, dass im Hintergrund Wechselwirkungen mit der Grafikkarte stattfinden, welche durch das “nicht vorhanden sein” von Features auf Seiten der Grafikkarte bzw. onBoard Grafikchip ausgelöst werden.

FĂŒhren Sie deshalb ein Downgrade einer vorhandenen CLIENT Version 11.30 auf Version 11.00.10 durch.

Da die Setup Routine kein Downgrade vorsieht, mĂŒssen Sie die aktuellere Version 11.30 zuerst deinstallieren.
Um anschliessend eine neue Version installieren zu können, mĂŒssen Sie zuerst einen Reboot durchfĂŒhren, da Sie ansonsten mit der Meldung “Dienst PCIsys ist zum löschen vorgesehen” konfrontiert werden.

Diese Meldung stammt von Ihrem Betriebssystem und wird dann angezeigt, wenn Sie einen GerÀtetreiber deinstalliert haben und direkt im Anschluss erneut installieren wollen.
Da Windows zur Laufzeit den GerÀtetreiber PCIsys.sys noch aktiv im Arbeitsspeicher in Benutzung hat, kann der entsprechende Eintrag in der Registry nicht entfernt werden.
Windows kann die DeInstallation eines GerÀtetreibers systembedingt erst nach einem Reboot abschliessen.

Wird dieser Reboot nach der Deinstallation des NetSupport Manager CLIENTS nicht durchgefĂŒhrt, hat die Windows Installation eben jenen Hinweis vermerkt, dass der GerĂ€tetreiber PCIsys.sys beim nĂ€chsten Reboot entfernt werden muss. Und so lange Windows ĂŒber diesen Eintrag verfĂŒgt, können Sie jenen GerĂ€tetreiber nicht ersetzen bzw. neu installieren.

FĂŒhren Sie also bitte einen Reboot durch und starten Sie erst dann die Installation des CLIENT Version 11.00.10.

NSM 11.00.10 fĂŒr Windows – deutsch => http://www.prosoft.de/fileadmin/dam/nsm/faq/nsm_110010_deutsch.exe
NSM 11.00.10 fĂŒr Windows – englisch => http://www.prosoft.de/fileadmin/dam/nsm/faq/nsm_110010_englisch.exe


#4 – Hardwarebeschleunigung deaktivieren

Deaktivieren Sie die Hardwarebeschleunigung der Matrox G200e (ServerEngines), wenn Sie weiterhin Version 11.30 nutzen wollen bzw. mĂŒssen.

Matrox G200e (ServerEngines)

 

 

 

 

 

 

 

Durch das Deaktivieren dieses (von der Matrox G200e (ServerEngines) nicht unterstĂŒtze) Features wird das beschriebene Problem umgangen.

#5 – Einbau einer dezidierten Grafikkarte

Bauen Sie in das betroffene Serversystem eine (leistungsstÀrkere) Grafikkarte ein und verwenden Sie diese.


Da die Ursache des Problems eindeutig der Matrox G200e (ServerEngines) onBoard Grafikchip ist, erkundigen Sie sich bitte beim Anbieter Ihres jeweiligen Serverboards nach aktualisierten Treibern oder verwenden Sie alternativ den Standard VGA Treiber Ihres Betriebssystems. Da der Standard VGA Treiber in den meisten FĂ€llen den grafischen Anforderungen an ein Serversystem genĂŒgt und zudem automatisch installiert wird, kann somit eigentlich darauf verzichtet werden kann, den jeweils Herstellerspezifischen bzw. WHQL-Treiber fĂŒr den Matrox G200e (ServerEngines) onBoard Grafikchip zu installieren.


Update ( Stand 03.02.2014)

Nach einigen ausfĂŒhrlichen Tests beim Hersteller NETSUPPORT bestĂ€tigt sich die bisherige Meinung, dass es sich beim geschilderten Problem nicht um ein Problem des NetSupport Manager handelt, sondern um ein grundlegendes Performance Problem des verbauten Chipset Matrox G200e bzw. Matrox G200eh und der entsprechend verwendeten Treiber.

Matrox G200 Performance Test

Matrox G200 Performance Test

Nach einer detaillierten ÜberprĂŒfung des G200e und G200eh Video-ChipsĂ€tze wird klar, dass diese als Low-End-Grafik-ChipsĂ€tze einzustufen sind.
Benchmark-Tests zeigen ĂŒberdeutlich die geringe LeistungfĂ€higkeit dieser Video-ChipsĂ€tze auf.
Bitte beachten Sie die folgende Grafik der Performance-Benchmark-Ergebnisse fĂŒr die G200e ChipsĂ€tze gegen andere Videokarten, um den Unterschied in der Leistung zu sehen und vergleichen zu können.

Weitere Untersuchungen zeigten auch, dass das Thema “langsamer Bildaufbau” zu Maschinen mit dem G200e Chipsatz nicht auf NetSupport Manager alleine beschrĂ€nkt ist.

So meldet z.B. der Hersteller von Teamviewer das gleiche Problem und rĂ€t ebenfalls zum Ausschalten der Hardwarebeschleunigung fĂŒr Rechner mit G200 ChipsĂ€tze aufgrund der schlechte Leistung dieses ChipsĂ€tze. FĂŒr Screen Connect von Edovia rĂ€t ein weiterer Hersteller, die Matrox G200e Video-Treiber zu deinstallieren und stattdesen den Standard-VGA-Treiber zu verwenden, um das Problem der geringen LeistungfĂ€higkeit zu umgehen bzw. abzumildern.

Es bestĂ€tigt sich hiermit, dass das geschilderte Problem auf die geringe LeistungsfĂ€higkeit der Matrox Video ChipsĂ€tze zurĂŒckzufĂŒhren ist und sich nicht auf einen Fehler in NetSupport Manager bezieht.

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